Die Transrapid-Versuchsstrecke im Emsland steht offenbar vor dem Aus. Wie der niedersächsische Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) nach einem Treffen mit Vertretern des Bundes, des Landes und der beteiligten Firmen mitteilte, soll die Teststrecke in Lathen zunächst bis zur Anwendungsreife der Transrapid-Technik im Regionalverkehr weiterbetrieben werden. Dieses Ziel könne nach Angaben der Transrapid-Bauer Siemens und ThyssenKrupp bis zum 30. Juni 2009 erreicht werden. Darüber hinaus seien weitere Tests auf der Versuchsanlage aus Sicht der Industrie nicht erforderlich, erklärte Hirches Ministerium in Hannover.
Hirche äußerte jedoch Zweifel am zeitlichen Fahrplan der Industrie. Der Zeitverlust durch den Stillstand des Fahrbetriebs von eineinhalb Jahren sei “offenbar plötzlich irrelevant”, kritisierte der Minister. “Gerade nach dem Scheitern der Anwenderstrecke in München ist die Versuchsanlage im Emsland sinnvoll, um die Vermarktungschancen der Transrapidtechnologie zu verbessern”, erklärte Hirche. Die Teststrecke in Lathen sichere die Exportfähigkeit des Transrapids und dürfe nicht einfach aufgegeben werden. Nach Angaben seines Ministeriums will die Industrie dem Bundesverkehrsministerium noch im Dezember eine abschließende Stellungnahme vorlegen.
Im September 2006 waren bei einem Unglück auf der Teststrecke im Emsland 23 Menschen ums Leben gekommen. Elf weitere wurden verletzt, als ein Testzug mit Tempo 170 in einen auf der Strecke vergessenen Werkstattwagen raste.
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