Teenie-Band stellt neue Single in Webcasts vor
Facebook gewinnt auch als Plattform für Musik an Gewicht. Die Teenie-Poprocker Jonas Brothers wollen ihre neue Single am Donnerstag exklusiv auf Facebook präsentieren. Wie Cnet berichtet, wird die Band den neuen Song “Paranoid” in einem von insgesamt vier geplanten Webcasts über eine Ustream-Applikation in dem Netzwerk vorstellen. Zugang zu dem Stream erhalten die User über die Facebook-Fanseite der Jonas Brothers. Die drei Jungs wollen im Zuge der Songvorstellung auch Fragen der Nutzer beantworten und Neues über ihre anstehende Tour verraten. Damit dringt Facebook nun in einen Bereich ein, der bislang sehr stark vom Hauptkonkurrenten MySpace dominiert war. MySpace Music diente bereits zahlreichen Künstlern und Bands als Präsentationsplattform. Auf Facebook waren solche Aktivitäten bisher eher rar.
Die Jonas Brothers, die auch schon MySpace Music zu einigem Traffic verholfen haben, zählen auf Facebook mittlerweile über eine Mio. Fans. Abgesehen von der offiziellen Page gibt es auf Facebook insgesamt 24 Gruppen und Profilseiten rund um die Band. Der Promotion-Vorstoß der Jonas Brothers auf der Plattform könnte dazu führen, dass die Facebook-Fanpages insgesamt noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. “Das ist das erste Mal, dass eine US-Band einen neuen Song als Live-Webcast auf der Facebook-Fanseite präsentiert”, heißt es in einem Statement der Plattform.
Wenngleich es heute nicht mehr ungewöhnlich ist, dass Musiker sich die Social-Networking-Welt zu eigen machen, so war dies bei Facebook bisher nicht sehr verbreitet. Gleichzeitig gab es immer wieder Gerüchte, dass das ehemalige Studentennetzwerk ähnlich wie MySpace auch einen eigenen Musikdienst starten könnte. “Das sind nach wie vor jedoch nur Spekulationen. Es gibt keinerlei offizielle Ankündigungen in diese Richtung”, so eine Facebook-Sprecherin gegenüber pressetext. Grundsätzlich sei Musik aber natürlich auch für Facebook ein interessantes Thema.
Indes zeigen sich viele Labels unzufrieden mit dem Musikangebot beim Konkurrenz-Netzwerk MySpace. MySpace Music erzeugt zwar - auch aus Sicht der Plattenfirmen - enorme Traffic-Raten. Allerdings ließ sich das große Publikum bisher noch nicht in Geld verwandeln. Daher fordern einige Label-Vertreter nun Änderungen bei dem Angebot, das als Kooperation zwischen der Plattform und den vier Majorlabels läuft. Beispielsweise soll der Musikdienst nach Wunsch der Labels stärker in die reguläre Plattform-Seite eingebunden werden.

